Braubach-Trillfingen Teil 1

 

Oft enden Freundschaften mit dem Tod des einen oder andern, oder weil unerfüllte Hoffnungen,  Missverständnisse und Zwistigkeiten der Harmonie ein Ende setzen. Nichts davon gilt für die nun schon 55 Jahre dauernde Sängerfreundschaft zwischen dem MGV Braubach und dem MGV Trillfingen.

Im Gegenteil,- sie ist echt und quicklebendig, und das sicher auch, weil aus den nur musikalisch bedingten Kontakten längst echte, dauerhafte menschliche Beziehungen auf familiärer Ebene geworden sind.  Kaum ein Fest, das nicht hier wie dort jeweils von Einzelnen oder einer Delegation besucht worden wäre. Könnte man sich zum Beispiel unser Winzerfest ohne die Freunde aus Trillfingen vorstellen?

Und immer wieder sieht man sich auch aus schmerzlichem Anlass, wenn Sänger, derer wir hier gerne gedenken, zu Grabe getragen werden müssen. Auch können sich inzwischen manche Kontakte bedauerlicherweise nur aufs Telefonieren beschränken, weil Gebrechlichkeit ein Wiedersehen unmöglich macht. Aber genauso wachsen noch immer wieder jüngere Sänger in diese Freundschaft hinein und füllen sie mit Leben, nach der Devise, dass man nicht nur einen Freund haben, sondern auch ein solcher sein will! Schwer zu beschreiben, welch großer Schatz an Begegnungen, Ereignissen und Erinnerungen sich inzwischen angesammelt hat!

Wie begann die Freundschaft?

Angefangen hat alles 1955 mit einem mehr oder weniger zufälligen geselligen Zusammentreffen beider Vereine anlässlich des Vereinsausflugs der Trillfinger an den Rhein, u.a. nach Braubach. Großen Anteil an dem sich daraus entwickelnden Dauerkontakt hat der verstorbene Ehrenvorsitzende des MGV Braubach,  Werner Wagner.

Ein kurzer Abriss, was sich bisher ereignet hat!

Schon zwei Jahre später erfolgte der erste Gegenbesuch der Braubacher Sänger in Trillfingen. 1960 bereits waren die Trillfinger erneut zu Gast in Braubach, im Schlepptau die Bauernkapelle Trillfingen, die sie auch 1978 ein weiteres Mal mitbrachten. Im gleichen Jahr noch gab es den 2. Gegenbesuch der Braubacher Sänger dort. Dem folgten, immer im Abstand nur weniger Jahre, bis heute noch weitere 7 Aufenthalte in Trillfingen, meist wechselweise mit den dortigen Freunden, die es auf 6 weitere Besuche unserer Heimatstadt gebracht haben. Fast immer waren es Vereins- oder Freundschaftsjubiläen, die gewiss nicht nur musikalisch gefeiert wurden, und an die immer wieder köstliche Erinnerungen wachgehalten werden.

So z.B., als zwei Braubacher Sänger vor der Heimfahrt unbedingt noch ein Bad im Trillfinger Dorfbrunnen nehmen mussten, allerdings nicht in Badekleidung. Oder wer könnte vergessen, wie die schauspielbegabten Trillfinger anlässlich unseres 150-jährigen Vereinsjubiläums die zwei Einlagen „Die Linie 8“ und „Bauchtanz“ auf köstliche Weise zum Besten gaben? Und als die Braubacher zur Feier der 50-jährigen Freundschaft in Trillfingen weilten, wurden sie mit einem T-shirt überrascht, auf dem ein köstliches Logo prangte, die Wahrzeichen der Orte, Wasserturm und Kirche in herzlicher Umarmung mit der Marksburg zeigend.

Zu all diesen „offiziellen“ Begegnungen gesellten sich bis heute zahllose Privatkontakte. Wen wundert’s, dass sich bei soviel „Schmierstoff“ die Zahnrädchen der Freundschaft problemlos ineinander drehen? Diese freundschaftliche, herzliche Verbindung zwischen den beiden Männergesangvereinen aus Trillfingen und Braubach, in die mittlerweile auch der Quartettverein Braubach 1883 im Rahmen der Chorgemeinschaft mit hineingenommen ist, kam letztlich durch die Liebe zur Musik, zum Gesang zustande, aber längst speist sie sich aus mehr Quellen. Sie möge sich bei unserer diesjährigen Feier zu ihrem 55. Jubiläum im Rahmen der 14. Braubacher Serenade weiter vertiefen und zukunftsfest bleiben.

 

25 Jahre Sängerfreundschaft

Jubiläums-Sängerfahrt vom 30.08. - 01.09.1980

Ein Jubiläum besonderer Art kann der MGV Braubach1843 e.V. begehen...... so ein Bericht aus der Presse. In den Anhängen unten  können Sie ausführliche Berichte zu diesem Ereignis lesen.

 

30 Jahre Sängerfreundschaft

Großes Festprogramm zur 30jährigen Sängerfreundschaft

MGV Braubach 1843 e.V. – MGV Eintracht Trillfingen 1849

Das Wochenende vom 06. bis 08.09. 1985 stand für die Sängerfamilie des MGV Braubach 1843 ganz im Zeichen des Jubiläumsfestes „30 Jahre Sängerfreundschaft“. Eine so enge Verbindung zwischen zwei Vereinen, die räumlich relativ weit voneinander getrennt sind und die an Intensität nur zunimmt, ist nicht gerade alltäglich. Von langer Hand vorbereitet wurde ein ansprechendes Programm zusammengestellt, um den Gästen von der Schwäbischen Alb einen angenehmen Aufenthalt in der Marksburgstadt zu bieten und eine große Sängerfamilie wieder einmal zusammenzuführen.

Am späten Freitagnachmittag trafen die Gäste per Bus im Vereinslokal Hotel Rheintal an und wurden vom 1. Vorsitzenden Werner Wagner und den Quartierleuten willkommen geheißen.

Ab 20:00 Uhr fand dann eine gemütliche gemeinsame Chorprobe statt. Bei anschl. Beisammensein im Vereinslokal sangen die beiden Chöre zur Unterhaltung der Anwesenden.

Es ging wieder einmal bis in die frühen Morgenstunden.

Am Samstagmorgen trafen sich die Sänger aus Trillfingen und Braubach auf dem Wochenmarkt am „Dalles“ zu einer feuchtfröhlichen Weinprobe am Stand von F.K. Utermark. Unter der Leitung der Dirigenten Müller (Trillfingen) und Franz Rudolf Stein (Braubach) einige Rhein- und Weinlieder gesungen.

Eine große Zahl der Marktbesucher lauschten den Klängen der Chöre.

Die Gäste aus Trillfingen unternahmen nach dem Mittagessen eine Schiffsfahrt in Richtung Mosel.

Ein Höhepunkt des Treffens war wohl die Mitgestaltung beider Chöre des gemeinsamen Gottesdienstes in der schon seit langer Zeit nicht mehr so vollbesetzten „Heilig Geist Kirche“. Anschließend ging es zum gemütlichen Beisammensein in den Räumen des Pfarrzentrums, dass die Kath. Kirchengemeinde freundlicherweise zur Verfügung gestellt hatte; hiermit sei den Verantwortlichen hierfür nochmals herzlich gedankt.

Auch einige Bürger der Stadt hatten sich eingefunden, allen voran Bürgermeister Albert Doerschug, welcher den „Trillfingern“ einen Zinnteller überreichte.

Abwechselnd brachten beide Chöre einige schöne Lieder einzeln und gemeinsam zu Gehör. Beide Vorsitzenden brachten bei ihren kurzen Ansprachen zum Ausdruck, dass die von den „älteren Sängern“ begründete Freundschaft von den jungen Sängern übernommen und weiter ausgebaut werden sollte.

Als Gastgeschenk konnte der 1.Vorsitzende Werner Wagner, ein Fass „Haigerlocher Schloßbräu“ und einen Präsentkorb in Empfang nehmen.

Unter den Klängen des Alleinunterhalters verbrachte die große Sängerfamilie bei Tanz und Unterhaltung nette Stunden. Für Speis und Trank war genügend gesorgt. Bier und besonders der Braubacher „Riesling“ floß in Strömen.

Am Sonntagmorgen schlug dann die Stunde des Abschieds. Der Chor aus Trillfingen  bracht noch nette Lieder in Bezug auf die Freundschaft zum Besten.

Mit einem kleinen Umzug wurden die Gäste aus dem Schwabenland unter Akkordeon und Paukenklängen zum Bus geleitet.

Alle Sänger egal ob aus Trillfingen oder Braubach werden wohl noch lange, an einen weiteren Höhepunkt dieser jahrzehntelangen Freundschaft, denken.

 

Trillfinger und Braubacher Männerchor pflegen seit 40 Jahren enge Kontakte.

Konzert bekräftigt Freundschaft

Eindrucksvolle Chorvorträge.

Dies brachte der "Schwarzwälder Bote" in seinem Bericht zur 40 jährigen Freundschaft zwischen dem MGV 1843 Braubach e.V. und dem Männerchor "Eintracht" Trillfingen zum Ausdruck. Das Ereignis wurde vom 07.07.-09.07.1995 gebührend in Trillfingen gefeiert.

Nach dem gelungenen Jubiläumskonzert am Freitag Abend in der Trillfinger Pfarrkirche wanderten die beiden Vereine am Samstag Morgen zum "Sitz der Weisheit" und von dort aus zum Schützenhaus. Es wurde ein Freundschaftsschießen mit 50 Schützen veranstaltet. Da die Trillfinger Sängerfamilie die besseren Schützen hatten, bekamen sie den Wanderpokal. Als Zeichen der freundlichen Geste und als Dankeschön wurde der Wanderpokal von den Trillfinger Sängern an den Vorsitzenden des MGV Braubach, Werner Wagner übergeben. Am Samstag Abend in gemütlicher Runde der Sängerfamilien spielte die Bauernkapelle auf. Der Vorsitzende des MGV Trillfingen, Richard Stehle würdigte in seiner Ansprache die vielen erschiene Gäste und die jahrzehntelange Freundschaft zwischen den beiden Chören. Zur Geschichte  dieser langen Freundschaft stellten die Trillfinger eine aus 150 Bildern besehende Fotoausstellung auf die Beine.

 

Sängerfreundschaft lebt schon 50 Jahre

MGV Braubach 1843 unternahm Jahrestour nach Trillfingen zur Jubiläumsfeier


Die diesjährige Vereinstour führte die Chorgemeinschaft Braubach, diesmal fuhren auch die Frauen mit, vom 3. bis 5. Juni 2005 nach Trillfingen bei Haigerloch, und zwar aus bedeutendem Anlass: Der MGV Braubach 1843 pflegt seit einem halben Jahrhundert eine bis heute quicklebendige Freundschaft zum MGV Eintracht Trillfingen, und so folgte man nur zu gerne der Einladung, dieses Fest dort miteinander zu feiern.

„Es zog eine Sängerschar wohl übern Rhein, am Fuße der Marksburg, da kehrten sie ein...“, so könnte man singen in Erinnerung an Trillfinger Sänger und Musikanten am 27.07.1955 im damaligen Hotel Rheinberg, dem Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die bis heute lebendig ist. So war denn auch der diesjährige Besuch der 13. offizielle im schönen Schwarzwaldort, wozu sich allerdings über die Jahre ungezählte Begegnungen, privat oder als Abordnungen, addieren. Desgleichen sah und hörte man die Trillfinger Sänger schon siebenmal in Braubach, wobei auch hier die Vielzahl persönlicher alljährlicher Besuche hinzukommt, u.a. auch die der Theatergruppe des MGV Eintracht und der Trillfinger Bauernkapelle. Trillfinger beim Braubacher Winzerfest sind bis heute ebenso regelmäßig anzutreffen wie Braubacher auf der dortigen „Kerbe“. Es sind die herzlichen persönlichen Beziehungen, die diese Freundschaft zwischen Schwaben und Rheinländern lebendig halten und sicherlich halten werden.

Am frühen Freitagmorgen traf man sich pünktlich am Bus in Braubach und verabschiedete sich traditionell von der Heimatstadt mit dem Lied „Am kühlenden Morgen“. Nach etlichen heiteren Fahrstunden wurden bei einer ausgiebigen Rast Hunger und Durst gestillt. Weiter ging’s bei bestem Wetter, herrliche Ausblicke auf den Höhen des Schwarzwalds genießend. Bei einer kurzen Stippvisite am Mummelsee bot der Männerchor in der dortigen Kapelle das Lied „Stern, auf den ich schaue“ unter Jürgen Salzigs Leitung dar, dank der überragenden Akustik ein bewegendes Erlebnis. Eine erholsame Mittagspause im heimeligen Freudenstadt war willkommene Unterbrechung vor der Weiterfahrt zum Ziel.

Kurz nach 16 Uhr wurden die 42  Fahrtteilnehmer, die Hälfte davon aktive Sänger,  am Vereinsheim von den Trillfinger Freunden aufs herzlichste empfangen, und bevor man mit den Quartiergebern die Häuser aufsuchte, gab es bei reichlich bereitgestellten Getränken nach dem gesungenen „Sängergruß“ der Braubacher gar viel zu erzählen.

Ein Bunter Abend war dann erster Höhepunkt der Jahrestour. Er war bestimmt vom Austausch der Grußworte der beiden 1. Vorsitzenden Herbert Freisberg (MGV Braubach) und Berndt Higi (MGV Trillfingen). Sie ließen die 50-jährige Freundschaft aufleben. Dabei bewegte besonders die schriftlich mitgegebene Grußbotschaft des aus Gesundheitsgründen leider fehlenden Ehrenvorsitzenden des MGV Braubach, Werner Wagner, einem der Mitbegründer der freundschaftlichen Verbindung. Man gedachte einiger nicht mehr lebender Sänger, die die Freundschaft mit aus der Taufe gehoben und ihr zeitlebens besonderes Engagement gewidmet hatten: Karl Spengler, Friedhelm Boinski, Sepp Beuter, Eugen Henle, Horst Rapp. Herbert Freisberg überraschte den Trillfinger Gerhard Stehle mit der Silbernen Ehrennadel für 25 Jahre Mitgliedschaft im MGV Braubach. Auch Ortsvorsteher Jürgen Beuter hieß die Braubacher Gäste willkommen und überreichte ein Bild mit Trillfinger Motiven, geschaffen von einer französischen Künstlerin. Die Trillfinger waren fürsorgliche, großzügige Gastgeber: Eine reichliche deftige „Schwäbische Brotzeit“ stillte den Hunger, und gezapfte Blonde löschten den Durst. Musikalische Darbietungen sowohl der Braubacher Chorgemeinschaft als auch der Trillfinger „Eintrachtler“ ebenso wie gemeinsame Liedvorträge unterhielten den vollbesetzten Saal bestens.

Die Überraschung des Abends bildete der Auftritt des Trillfinger Chors im eigens für das Freundschaftsjubiläum geschaffenen T-Shirt, das Braubacher und Trillfinger Symbole in heiterer Umarmung zeigt. Noch größer war dann die Überraschung, als jedem Braubacher Gast dieses Shirt als Geschenk zuteil und natürlich sogleich angezogen wurde. Für die Trillfinger hatte man 2 große Kisten guten Braubacher Weines im Gepäck. Eine reich bestückte Dia-Show ließ die vergangenen 50 Jahre wieder lebendig werden und setzte einen weiteren Höhepunkt. Dabei wurde der Bilderreigen geschickt der jeweils eigenen Kommentierung in den Grüppchen überlassen. Was gab es da alles zu entdecken! Einen fulminanten Abendausklang bildete der Auftritt des „Braubacher Panik-Trios“ (Klaus Thorisch/Akkordeon, Helmut Clos/Trommel, Willi Clos/Teufelsgeige), dem sich flugs als adäquate Verstärkung der Trillfinger Walter Stehle mit seiner Posaune beigesellte. So mancher gute Schluck lief noch die Kehle hinunter, ehe die Quartiere aufgesucht wurden.

Der Samstagvormittag bot eine kurzweilige, informative Führung durch die Stadt Haigerloch mit ihrem imposanten Schloss, den Kirchen und im Muschelkalkfelsen unterhalb des Schlosses dem „Atomkeller“, einer geheimen Forschungsstätte der berühmtesten deutschen Atomforscher im „Dritten Reich“ während der letzten Kriegszeit. Für das „Dessert“ nach ausgezeichnetem Mittagsmahl im Gasthof „Krone“ sorgte die Chorgemeinschaft mit zwei beifällig aufgenommenen Liedern.

Nachmittag und Abend waren gefüllt mit Besuchen bei zwei Trillfinger Vereinen. Kaffee und reichlich selbstgebackenen Kuchen gab’s bei den Schützenbrüdern auf der Schießanlage. Für den Schießwettbewerb im Kleinkaliber/liegend hatte Willi Clos eigens eine Ehrenscheibe in Brenntechnik mit Braubacher Motiven wunderschön gestaltet, während die Trillfinger Freunde zwei Ehrenscheiben mit dem Jubiläumsemblem beisteuerten. Eine davon gewann Werner Jäger als bester Zweitplatzierter. Ralf Elenz schaffte in der 10er-Wertung den achten Rang, während den besten Schuss überhaupt der erst 8 Jahre alte Jungschütze Johannes Soltek setzte, ein vielversprechendes Talent, das die Ehrenscheibe der Braubacher einheimste.

Nach einer Verschnaufpause, die Zeit ließ für das eine oder andere persönliche Gespräch zwischen Gästen und Gastgebern, erlebte man den Abend am Ortsrand im vollbesetzten Festzelt des Obst- u. Gartenbauvereins. Gutes gegen Hunger und Durst, von fleißig flitzenden Helferinnen gebracht, eine Verlosung und ein Musik-Duo, das tapfer gegen die lautstarke Unterhaltung bei grenzenlos heiterer Stimmung ankämpfte; und doch – dem eingeschobenen Auftritt der vereinigten Sänger aus Braubach und Trillfingen in den schmucken Jubiläums-Shirts wurde erstaunlicherweise die jedem Liedvortrag vorausgehend mit weit ausholender Armbewegung des großgewachsenen Dirigenten eingeforderte Ruhe zuteil,- na also, geht doch! Trinken, Singen und Schunkeln bis zum „Umfallen“ (was zwei Braubacher und zwei Trillfinger auf einer Bank wörtlich nahmen...), das Fest zog sich bis weit in die Nacht hinein. Und,- wer hätte das gedacht? Das „Panik-Orchester“ aus den drei Braubachern, wiederum verstärkt durch Walter Stehle und Karlheinz Richter (Posaune und Gitarre), riss in Hochform trotz Mitternacht die Zeltbesucher noch einmal zu Begeisterungsstürmen hin. Einmalig, wie das „Braufingen-Trillbacher Panik-Orchester“ zum Mitsingen und –schunkeln verführte bis zum Gute-Nacht-Gruß! Die dabei erbrachten rhythmisch-musikalisch-stimmlichen Höchstleistungen ließen für den Zustand der Sängerstimmbänder am nächsten Tag eigentlich wenig Gutes erahnen...

Der Sonntag schließlich führte die Festgemeinde noch einmal in großer Herzlichkeit zum ausgedehnten Frühschoppen im Gasthaus „Hirsch“ zusammen. Leib und Seele erfuhren hier für die unweigerlich nahende Heimreise alle notwendige Stärkung.

Ja, und dann war es soweit. In großer Runde stand man auf dem Dorfplatz zusammen, erfüllt vom Erlebten und wehmütig angesichts des Abschieds. Berndt Higi und Herbert Freisberg gaben den ehrlichen Gefühlen des Dankes und der Verbundenheit Ausdruck und waren sich, unter dem Beifall der Umstehenden, eines nächsten Wiedersehens in absehbarer Zeit sicher. Freisberg dankte den Trillfinger Freunden für die tolle Organisation und die großzügigen Beweise wahrer Freundschaft während der abgelaufenen Tage. Den Braubachern gab man noch eine Kiste voll Trillfinger Wurstspezialitäten mit auf den Heimweg. Erstaunlich, dass das Abschiedslied, vom vorabendgeschädigten Jürgen Salzig krächzend intoniert, doch noch anhörbar war. Auch das „Panik-Orchester“ gab noch seinen Ausstand. Nach der 3. Aufforderung schließlich bewegten sich die Gäste endlich zum Bus.

Die Heimfahrt, diesmal durch das wunderschöne Murgtal, verlief bei angenehmem Wetter glatt und ruhig, von den meisten zur „inneren Einkehr“ genutzt. Kurz vor 22 Uhr war Braubach erreicht. Ach ja,- als bei einer Zwischenrast der mitgegebene Wurstproviant verzehrt wurde, brauchte man mit einem Stück „scharfer Schwarzer“ im Mund nur die Augen zu schließen und man war wieder in Trillfingen ......

gj

55 Jahre vorbei – und immer noch beste Freunde

55 jahre

 

Die 14. Braubacher Serenade der Chorgemeinschaft Braubach 1843/1883 am sonnenverwöhnten letzten Juni-Wochenende im romantischen Innenhof der Philippsburg war die ideale Plattform und der willkommene Höhepunkt beim Freundschaftstreffen aus Anlass der nunmehr schon 55 Jahre andauernden herzlichen Beziehung zwischen dem MGV Eintracht 1849 Trillfingen (Schwarzwald) und der Chorgemeinschaft Braubach 1843/1883, seinerzeit begonnen vom MGV Braubach 1843.

Als die 39 Trillfinger am Freitagnachmittag pünktlich in Braubach am Vereinslokal Hotel Brühl eintrafen, hatten sie bereits einen Besuch Rüdesheims und des Niederwalddenkmals hinter sich. Die Begrüßung der Sänger und ihres „Anhangs“ gestaltete sich lange und sehr herzlich. Im Vereinslokal gab’s bei Sekt und Gebäck ein lebhaftes Plauderstündchen. Die Braubacher überraschten ihre Freunde mit dem – natürlich leicht modifizierten – Begrüßungsplakat, das sie vor 5 Jahren aus Trillfingen heimlich hatten mitgehen lassen, und die meisten hatten sich das T-Shirt mit dem lustigen Freundschaftslogo übergestreift, das ihnen die Trillfinger damals geschenkt hatten. Die Gäste waren auch diesmal wieder für Originelles gut: sie überraschten die Gastgeber mit einer Flasche heimischer Bierspezialität und einem daran baumelnden dicken Kringel duftender Schwarzwurst. Mit kräftigem Männergesang wurden die kurzen Begrüßungsansprachen der beiden Vorsitzenden Günter Stehle und Herbert Freisberg umrahmt, und dann ging’s zu den Quartieren. Den Tag beschloss ein Zusammensein von Gästen und Gastgebern auf dem historischen Marktplatz in lauer Sommerluft. Gemeinsamer Chorgesang unter Leitung des Vizedirigenten Gerhard Julius und das stimmungsvolle Auftreten der MGV-„Hauskapelle“, diesmal verstärkt durch eine Gitarre und eine Zugposaune aus Trillfingen, trugen zu heiterer Unterhaltung von Feiernden und Zufallsgästen bei. Ein paar Unentwegte sollen es drinnen bis weit über die Sperrstunde hinaus ausgehalten haben….

Am Samstag wartete zunächst eine Schiffstour nach Koblenz auf die Gäste mit nachfolgendem Stadtrundgang und dem mittäglichen Besuch des Weindorfs. Am Abend der Serenade zeigte neben den Solisten und der Chorgemeinschaft 1843/18 auch der MGV Trillfingen mit ansprechenden Chorstücken sein beachtliches Können, belohnt mit reichem Beifall. Dabei wurde er von Jürgen Salzig stellvertretend für dessen leider verhinderten Dirigenten Simon Pfeffer souverän geleitet.  In der Konzertpause tauschten beide Vereine ihre Geschenke aus,- die Trillfinger widmeten den Braubachern den Notensatz „Musik ist meine Welt“ von Johannes Kalpers, die Marksburgstädter wiederum überreichten den Gästen ein gerahmtes, handgemaltes Kunstwerk von Walter Stufferin, das die Sängerfreundschaft zwischen beiden Vereinen zum Thema hatte. Lange noch nach der gelungenen Serenade feierte man gemeinsam in der Philippsburg bei Speise und Trank und – wie es sich gehört – mit gemeinsamem Gesang. Die Zeit verging wie im Flug.

Der letzte Tag brach an, und er gehörte zunächst den beiden zertifizierten Fremdenführern aus den Reihen des MGV Braubach. Ein Teil der Gäste erfreute sich unter Leitung von Karl Heinz Fickinger an einer interessanten Führung durch die Marksburg, die man natürlich mit dem „Marksburgbähnchen“ erreichte. Der andere Teil genoss mit Willi Clos eine launige Stadtführung, die unterwegs an zwei „Tankstellen“ eine Kurzrast einlegte, um sich bei Werner Jachtenfuchs an einem Gläschen Wein und bei Horst Rösner an einem Schnäpschen zu erquicken. Wieder war dann der romantische Marktplatz mit seinen angrenzenden Lokalitäten gemeinsamer Treffpunkt, diesmal zum Mittagessen.

Danach wartete ein letzter Höhepunkt, nämlich die Weihe eines Freundschaftsbaumes, den der MGV Braubach unmittelbar zuvor in den schönen Rheinanlagen der Heimatstadt hatte pflanzen lassen. Mit drei gewaltigen Böllerschüssen leitete Ralf Elenz die kleine Feier ein, während die Sänger diese mit ihren Beiträgen umrahmten. Eine Blutbuche hatte es eigentlich sein sollen, aber da eine solche in der gewünschten Größe nicht zu bekommen war, wurde es ein „Amerikanischer Amberbaum“, wegen seiner ahornähnlichen Blätter auch „Seesternbaum“ genannt. Er wird hierzulande bis 20 m hoch, entwickelt im Herbst eine prächtige, bis ins Tiefrote reichende Laubfärbung und wird 100 bis 150 Jahre alt. Dieses Alter wünschten die beiden Vorsitzenden und Stadtbürgermeister Joachim Müller in ihren kurzen Ansprachen auch der Sängerfreundschaft Braubach – Trillfingen, ehe sie symbolisch mit zwei Spatentischen und einer Gießkanne voll Wasser den Pakt besiegelten, an den künftig auch eine kleine Gedenktafel erinnern wird. Die Trillfinger wurden zudem mit einem Abschiedsgeschenk ihrer Braubacher Freunde überrascht. Für jeden gab es ein Weinglas mit dem eingeätzten Freundschaftslogo.

Eine kleine flüssige Stärkung auf dem Marktplatz, dann hieß es Abschied nehmen, dankbar und ein bisschen wehmütig. Man begleitete die Gäste zum Bus, der sich genau dann in Bewegung setzte, als das denkwürdige WM-Fußballspiel begann, das Deutschland gegen England 4:1 gewann!

Auf ein Wiedersehen in Trillfingen!

baum pflanzen

Der MGV Trillfingen beim Ausflug am 20.09.2014 in die Landeshauptstadt

165 Jahre MGV Trillfingen am 10.12.2014