Sonntag, den 29. September 2013 um 08:50 Uhr

Sängerreise 2013 vom 20.09. - 22.09.

Rendezvous mit den Bremer Stadtmusikanten

Auf den Spuren deutscher Auswanderer in Bremerhaven

Den kalendarischen Herbstbeginn hatte sich die Chorgemeinschaft Braubach für ihre traditionelle dreitägige Sängerreise in diesem Jahr ausgesucht. „Reiseonkel“ Rainer Heidrich hatte wieder ein tolles Programm zusammengestellt, das die 23 Teilnehmer nach Bremen und Bremerhaven führte.

Der großen Entfernung und dem befürchteten Stau im Kölner Raum war der Start zu nachtschlafender Zeit um 4 Uhr in der Frühe geschuldet. Trotzdem füllten die Reisenden bestens gelaunt und hellwach den kleinen Bus, um sich per „Economy-Class“ gen Norden schaukeln zu lassen. Und niemand hatte beim Einsteigen sein Köfferchen vergessen….

Der Staugefahr entronnen und bei beginnender Tageshelle, kam es auf einem Autobahnparkplatz zum gewohnt zünftigen Frühstück, in dessen Verlauf dem Geburtstagskind des Tages, Josef Jung, ein Ständchen gesungen wurde. Er wünschte sich „Das Morgenrot“, auf dessen traditionellen Vortrag man beim Frühstart in Braubach verständlicherweise rücksichtsvoll verzichtet hatte.

Die Fahrt bis Bremen, zunächst recht zäh am Rhein entlang, verlief dann doch erfreulich glatt, und so hatte man noch genügend Zeit für ein nordisches Bier vor dem Bremer Rathaus und etwas „Fotoshooting“ bei leicht trübem Wetter. Unterm Kreuzgewölbe des altehrwürdigen Bremer Ratskellers saßen die Sänger beim Mittagessen zusammen und ließen sich von der tollen Akustik zu einigen voluminösen Liedvorträgen unter Leitung des Vizedirigenten Gerhard Julius animieren. Letzterer vertrat den Chorleiter Jürgen Salzig, der bedauerlicherweise seine Fahrtteilnahme hatte absagen müssen.

Als „Verdauungsspaziergang“ hätte man die anschließende Altstadtführung durch Bremen bezeichnen können. Den Bremer Roland, die Bremer Stadtmusikanten und vor allem das schnuckelige „Schnoor-Viertel“ mit seinen engen Gässchen wurden bei der sachkundigen, beeindruckenden Führung erlebbar.

Die anschließend zu bewältigenden Kilometer zum Ziel Bremerhaven zogen sich navibedingt ein bisschen irregulär in die Länge, aber schließlich erreichte die Schar wohlbehalten und zeitig genug das viersternige Ziel „Hotel Haverkamp“. Zimmer, Abendessen und Bar machten einen hervorragenden Eindruck. Trotzdem zog es den einen oder anderen nach schräg gegenüber ins urgemütliche „Alt Bremerhaven“, dem ältesten Gasthaus der Stadt.

Das Programm des nächsten Tages sah nach dem Frühstück den Besuch des „Deutschen Auswanderer Hauses“ vor. In großräumigen, beklemmend realistischen szenischen Darstellungen konnte man sich während der zweistündigen Führung eindrücklich hineinversetzen in die Zeit und die Umstände der deutschen Auswanderung im Verlauf von 300 Jahren bis in die Jetztzeit, vornehmlich mit dem Ziel New York. Mehr als 7 Millionen Menschen verließen über Bremerhaven, der größten deutschen Auswandererstadt, ihre Heimat und suchten während dieser Zeit ihr Glück in der neuen Welt. Einige Fahrtteilnehmer stellten am PC selbst Nachforschungen an in der Datenbank des Hauses.

Die anschließende freie Zeit füllte jeder nach eigenem Gutdünken. Bummeln in der Fußgängerzone und im Hafengelände, eine Hafenrundfahrt per Aussichtsschiff, Einstieg in das Museums-U-Boot „Wilhelm Bauer“, alias „U 2540“ vom „Typ XXI“, Januar 1945 als modernstes U-Boot der Welt vom Stapel gelaufen, im Mai 45 durch Selbstversenkung untergegangen, 1957 gehoben und ab 1960 bis 1982 als „Wilhelm Bauer“ im Dienst der Bundesmarine, der Genuß eines Fischbrötchens mit dem nötigen, nördlich herben Gerstensaft, ein Gang übern Deich an der weiten Weser,- was auch immer, die Zeit verging wie im Flug.

Es folgte eine kommentierte Stadtrundfahrt, vornehmlich durch das riesige Arreal der verschiedenen Häfen. Riesige Kräne und Hubwagen in dem Containerhafen, Tausende von Autos in dem streng kontrollierten Ex- und Importhafen für sämtliche PKWs, die aus oder nach Deutschland kommen, oder die riesigen Transport-, Stapel- und Verladeanlagen für Windkraftanlagen hinterließen großen Eindruck. Der engagierte Führer wusste aber auch von den Problemen zu berichten, denen sich die Großstadt Bremerhaven nach dem Niedergang etlicher Werften und angesichts der derzeitigen Arbeitsmarktsituation gegenübersieht. Beim Passieren der „Letzten Kneipe vor New York“, einem Relikt der Auswandererzeit, kamen die Erinnerungen an das Deutsche Auswanderer Haus wieder hoch. Dann hatte man das Gelände des Zollfreihafens wieder verlassen. Der Rest des Tages diente nach dem erneut vorzüglichen Abendessen der nötigen Entspannung, und irgendwie fand man sich schließlich wieder zusammen im „Alt Bremerhaven“ schräg gegenüber.

Auch der letzte Tag hielt neben gewohnt gutem Wetter noch Beeindruckendes bereit: das Deutsche Schiffahrtsmuseum! Originalschiffsexponate, Modellnachbauten einst stolzer Passagier-, Fracht- oder Kriegsschiffe, vor allem aber die in Jahren wieder zusammengebaute Hansa-Kogge aus dem 14. Jahrhundert, die man vor ca. 20 Jahren im Schlamm entdeckt hatte, und andere der Schiffahrt zugehörige Stücke sowie Kurzfilme konnten während der informativen Führung besichtigt werden.

Nach einer kurzen Mittagspause lud der Bus die Fahrtteilnehmer ein zur Heimfahrt. Trotz staubedingter Routenänderung gelangte man nach rd. 7 Stunden wohlbehalten zu Hause an, wobei unterwegs die ersten Hochrechnungen der Bundestagswahl bei denen, die nicht eingeschlummert waren, für spannende Unterhaltung sorgten. Eine anstrengende, aber lohnende, erlebnisreiche, eindrückliche Reise in schöner Gemeinschaft war zu Ende gegangen.

Einige noch ließen den Abend entspannt im „Rosenacker“ ausklingen.

G.J.

 

 

 

Zuletzt geändert am: Freitag, den 04. Oktober 2013 um 17:09 Uhr

 

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