Sonntag, den 28. September 2014 um 14:08 Uhr

Sängerreise 2014 vom 19.09.-21.09.

Wenn (B)engel reisen, lacht der Himmel…

 Das mag ein wenig despektierlich klingen, aber wenn ältere Sängerknaben alleine verreisen, kann durchaus schon einmal hier und da der Lausbub zum Vorschein kommen ….. Nun, die diesjährige Sängertour der Chorgemeinschaft Braubach vom 19.-21.09.2014 nach St. Märgen im Südschwarzwald verlief jedenfalls dem Sprichwort entsprechend bei fast bis zum letzten Teil richtig gutem Wetter. Da konnte sich der Organisator der Reise, Rainer Heidrich, zu Recht für seine wie immer gelungene Planung der drei Tourtage belohnt fühlen.

Traditionell ist ja bei den Braubachern schon „der Weg das Ziel“, und so starteten die 29 reiselustigen Herren schon um 5.30 Uhr morgens im „maßgeschneidert“ passenden, altehrwürdigen 29er-Bus der MGV-Haus-und-Hof-Firma Ruckes. Das Gefährt machte seine Sache bis zum Schluss gut und hatte unter anderem auch den Koffer eines gewissen Sängers mit an Bord. Man fuhr regenfrei und frohgelaunt in den Tag, wobei allerdings der eine oder andere den allzu früh unterbrochenen Nachtschlaf bis zur Tageshelle noch eine Weile fortsetzte.

Nach rund zweieinhalbstündiger glatter Fahrt auf der A61, der auch ein paar Regentropfen und etliche Baustellen nichts anzuhaben vermochten, ließ man sich an einer Raststätte das mitgeführte, flüssig reichlich verfeinerte Frühstück schmecken. Man lud sogar einen jungen Anhalter zur Teilhabe an Speis und Trank ein, der dem abschließenden Gesang seiner Gönner unter Jürgen Salzigs Leitung natürlich gerne Beifall zollte.

Weiter ging’s, und am späten Vormittag traf die Gesellschaft nach einer kleinen „Such-Sonderrunde“ durch Freiburg i.B. mit dem Bus in der Privatbrauerei Ganter ein. Während der amüsanten, informativen Führung einer zünftig braumeisterlich kostümierten Dame durch die hochmodern ausgestattete Brauerei konnte man, ausgestattet mit einem kleinen Ganter-Glaskrug, aus einem Tank frischen, naturtrüben „Urtrunk“ zapfen und verkosten und sollte sich einen „Zungenbrecher“ merken, um sich später bei fehlerfreiem Aufsagen ein Glas Bier verdienen zu können: „Brauchbare Brauereiburschen brauen brausendes Braunbier,- brausendes Braunbier brauen….u.s.w.“, was später dem gewissen Sänger mit dem zitierten Koffer sogar gelang! Irgendwie hätte man den Spruch auch etwas abwandeln sollen, etwa wie „Brauchbare Braubacher Brauereibesucher brabbeln brauchgemäß bramarbasierend beim Braunbiertrinken; beim Braunbiertrinken brabbeln brauchgemäß bramarbasierend …...“ oder so ähnlich. Ob der Brauereifrührerin eine fehlerfreie Wiederholung wohl gelungen wäre?? Die Sänger jedenfalls beschlossen diesen Programmpunkt der Reise bei einer deftigen Schlachtplatte und einem Freibier im alten museal hergerichteten Brauhaus, selbstverständlich nicht ohne ein kleines Ständchen für die Führerin.

Der angedachte Freigang durch Freiburg beschränkte sich aus Zeitgründen auf einen Bummel in der Nähe des Bahnhofs, von dem aus die Sänger am Nachmittag zu einer kurzweiligen Fahrt mit dem Zug durch das romantische Höllental bis Hinterzarten starteten. Dabei erwies sich das Sitzen im dank sommerlicher Außentemperaturen aufgeheizten oberen Teil des Doppelstock-Waggons zwar als schweißtreibend, ermöglichte aber den Genuss der draußen vorbeiziehenden wunderschönen Landschaft des Schwarzwalds. Ab Hinterzarten war wieder der Bus das Reisemittel bis zum Zielort St. Märgen. Bis dahin hatte schon die eine oder andere gekühlte Dose aus einer großzügigen Bierspende des Chefs der Fa. Ruckes den Weg durch die eine oder andere Sängerkehle gefunden.

Im Hotel „Löwen“ bezog man Quartier und genoss auf dem Panoramabalkon bei einem guten Schluck die herrliche Aussicht über die Schwarzwaldhöhen bis hin zu den Vogesen im Elsaß, bevor man sich dem wohlschmeckenden Abendessen widmete. Den Tag beschlossen bei mildem Wetter und goldener Abendsonne manche bei einer Besichtigung des ehemaligen Klosterortes und seiner großartigen Kirche, manche auf dem Panoramabalkon und manche genossen beides.

Am Tag 2, nach einem ausgiebigen Frühstück, brachte der Bus die Sänger durch die schöne Schwarzwaldlandschaft vorbei am Hohentwiel in die Schweiz ins alte Städtchen Stein am Rhein, der hier sogar noch Trinkwasserqualität besitzt. Unter sachkundiger Führung bekamen Augen und Ohren der beeindruckten Fahrtteilnehmer reichlich „Futter“. Die Führung wurde mit einem kleinen Zwischengesang gewürzt, und an deren Ende ließen die Braubacher Sänger u.a. bei dem rheinland-pfälzischen „Sängergruß“ ihre Stimmen zur Freude der Zuhörer auf dem Marktplatz vor den Stufen des historischen Rathauses erklingen, begeistert unterstützt von ihrem Fremdenführer, einem ehemaligen Sänger und Chorleiter. Danach zog es die Gesellschaft zu einem erquickenden Aufenthalt ins urgemütliche „Klosterstübli“, wiederum angemessen sängerisch untermalt. Es blieb noch Zeit für private Erkundungen, bis der Bus weiterfuhr zum berühmten Rheinfall bei Schaffhausen. Dieses beeindruckende, gewaltige Naturschauspiel ließ man, wie auch Hunderte anderer Besucher, bei bestem Sommerwetter ausgiebig auf sich wirken. Über Bonndorf, Lenzkirch, Titisee und Hinterzarten ging’s schließlich wieder zurück nach St. Märgen in den „Löwen“ zu Abendessen und freier Abendgestaltung. Mancher trat - weil’s so schön war - seinen „Matratzenhorchdienst“ ziemlich spät an.

Der letzte Tag begann, nachdem es nächtens kräftig geregnet hatte, mit einem gemütlichen Frühstück, die Koffer befanden sich schon im Bus, und dann brachten die wieder munter gewordenen Sänger der gerührten Wirtin ein kleines musikalisches Abschiedsständchen zum Dank für den gemütlichen Aufenthalt im „Löwen“. Der Himmel schickte passend ein paar Trauertropfen, während der Bus startete zur Fahrt durch den Schwarzwald über Freiburg i.B., vorbei an der Ganterbrauerei, der man gerne noch einmal seine Aufwartung gemacht hätte, und über Breisach in Richtung Elsaß. Nach einer Pause an einer Raststätte gelangten die Sänger in Colmar an. Der dort geplante Stadtrundgang fiel jedoch sowohl der vergeblichen Suche nach einem passenden Parkplatz als auch dem stärker werdenden Regen zum Opfer. Wenigstens die kleine Nachbildung der New Yorker Freiheitsstatue, die dort zu Ehren ihres aus Colmar stammenden Schöpfers steht, bekam man zu Gesicht, immerhin.

Flexibel entschloss sich die Gruppe zur Weiterfahrt nach Weißenburg (Wissembourg) im Elsaß. Die Hoffnung auf besseres Wetter verflüchtigte sich jedoch, sodass man erstmals von den mitgenommenden Regenschirmen Gebrauch machte, um das heimelige Städtchen zu erkunden, was der Stimmung aber nicht im mindesten Abbruch tat. In der schönen Kirche erinnerte man sich an das Lied „Ich bete an die Macht der Liebe“, das der MGV bei einer seiner Vereinsfahrten vor vielen Jahren während einer Stadtführung dort dem damaligen, zufällig privat in der Kirche weilenden Kanzler Helmut Kohl gesungen hatte. Der dankte damals mit Tränen der Rührung in den Augen.

Nun also war die endgültige Heimfahrt angesagt. Aus dem Elsaß über die Grenze auf die Deutsche Weinstraße Richtung Heimat. Der einsetzende Starkregen machte keine Lust auf einen vorsorglich ins Auge gefassten eventuellen Zwischenstopp in Speyer zum Besuch der dortigen Hausbrauerei Domhof. Schließlich war ja noch genügend Bier im Bus dank der Ruckes-Spende und einer Freibierkiste des Busfahrers Vecic, der im Übrigen den Bus ruhig und sicher steuerte. Noch vor dem Rheinischen Schiefergebirge klarte es auf, der Regen ließ nach und hörte schließlich ganz auf, so dass man, nach ansonsten glatter Fahrt, bei gutem Wetter, garniert mit Sonne, sogar etwas eher als geplant in der Heimat anlangte. Die 29 Reise(b)engel waren zwar nicht „mit den Schätzen des Orients beladen“, aber immerhin doch mit einem gläsernen Bierkrügele der Brauerei Ganter und voller schöner Erinnerungen an in guter, fröhlicher Gemeinschaft erlebte Tage, die noch lange nachklingen werden. Ein paar Unentwegte gaben sich zum Abschluss noch ein feuchtfröhliches Stelldichein im „Rosenacker“, ehe auch sie dem Heim zustrebten.

G. Julius

Zuletzt geändert am: Montag, den 29. September 2014 um 07:06 Uhr

 

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